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Warum für mich Schluss ist mit der klassischen Kräuterwanderung im Schwarzwald

  • vor 17 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Fast zwei Jahrzehnte lang habe ich im Schwarzwald zahlreiche Menschen bei meiner Kräuterwanderung im Schwarzwald begleitet. Die Teilnehmer kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: von Kräuterinteressierten über Naturbegeisterte bis hin zu einzelnen prominenten Persönlichkeiten. Gemeinsam bestimmten wir essbare Pflanzen, sammelten Wildkräuter und entdeckten die oft übersehenen Schätze, die die Natur direkt am Wegesrand bereithält.

Viele waren überrascht, wie vielfältig die heimische Flora ist und wie viel davon unmittelbar nutzbar ist – nicht nur als Würze in der Küche, sondern auch als wertvolle Ergänzung für eine gesunde Ernährung.

Diese Zeit war für mich äußerst bereichernd. Ich durfte Menschen für die Natur begeistern, ihr Wissen vertiefen und ihnen zeigen, dass der Schwarzwald weit mehr zu bieten hat als seine beeindruckende Landschaft.


Doch dann nahm alles eine schlagartige Wendung.


Kräuterwanderung im Schwarzwald bei Freiburg
Kräuterwanderung im Schwarzwald

Warum sich mein Fokus verändert hat

Es geht um mehr.

Ich liebe es, Menschen Pflanzen und ihren Mehrwert näherzubringen. Doch als professioneller Survival Guide reicht mir das allein nicht aus. Mit der Zeit habe ich erkannt, dass reine Wissensvermittlung über Kräuter zu kurz greift, wenn es um das geht, was mir wirklich am Herzen liegt: Survival und das Überleben in der Wildnis.

Fast jede Kräuterwanderung von kräuterkundigen Führern bietet einen breiten Querschnitt durch die Botanik des Alltags. Dabei werden Pflanzen vorgestellt, die als Würzkräuter dienen, essbar sind, für Smoothies genutzt werden oder eine heilkundliche Bedeutung haben. Das ist sinnvoll und erfüllt seinen Zweck.

Für reale Überlebenssituationen jedoch ist ein Großteil dieser Pflanzen kaum relevant. Sie liefern im Ernstfall keinen entscheidenden Mehrwert für das Überleben. So hart das auch klingen mag: In einer Survival Situation zählt am Ende nur eines – dass der Mensch am Leben bleibt. Und genau dabei helfen viele der klassischen „Kräuterwanderungs-Pflanzen“ nicht.

An diesem Punkt habe ich meinen Weg neu ausgerichtet. Heute vermittle ich gezielt pflanzliche Survival Nahrung – Wissen, das im entscheidenden Moment wirklich trägt.


Pflanzliche Survival Nahrung – mehr als nur Kräuterkunde

Bei der dritten Überlebenspriorität – der Versorgung des Körpers mit Nahrung – können Pflanzen eine entscheidende Rolle spielen und die Überlebenszeit eines Menschen verlängern. Einige wenige Pflanzen oder Pflanzenteile liefern tatsächlich relevante Energiemengen und damit einen echten Mehrwert im Survival Kontext. Diese sind jedoch die Ausnahme. Die Zahl der Pflanzen mit geringem oder gar keinem Nutzen für das Überleben ist um ein Vielfaches größer.

Die auf klassischen Kräuterwanderungen vermittelten Pflanzen enthalten häufig Inhaltsstoffe, die für das tatsächliche Überleben entweder nur indirekt oder gar nicht relevant sind. Ein typisches Beispiel ist die Vogelmiere (Stellaria Media). Sie enthält Vitamin C, eine wertvolle Eigenschaft im normalen Alltag. In einer Überlebenssituation mit akutem Nahrungsmangel ist dieser Aspekt jedoch, wenn überhaupt, nur von nachrangiger Bedeutung. Zwar benötigt der menschliche Körper Vitamin C, um Mangelkrankheiten wie den potenziell tödlichen Skorbut zu vermeiden, doch der Mensch kann Vitamin C speichern. In mittelfristigen Überlebenssituationen stellt ein Vitamin-C-Mangel daher meist nicht das Hauptproblem dar, da die ersten Mangelerscheinungen erst nach 4–8 Wochen auftreten. Bis dahin ist man schon verhungert, wenn man nichts Gescheites essen kann und der Vitaminmangel ist das kleinste Problem. Ursache für das Verhungern ist der Mangel an Makronährstoffen wie Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten. Fehlen diese, greift der Körper zunächst auf seine Fettreserven zurück und beginnt anschließend, Muskelmasse abzubauen.

Selbst der tägliche Verzehr großer Mengen der Vogelmiere würde das Überleben nicht sichern. Das muss man verstehen, wenn man überleben will. Überlebensrelevant sind pflanzliche Bestandteile mit hoher Nährstoff- und Energiedichte. Dazu zählen vor allem Wurzeln, Samen, Nüsse, Beeren und andere energiereiche Pflanzenteile.


So verhält es sich mit zahlreichen weiteren Pflanzen, die in solchen Kursen thematisiert werden. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, Kräuterwanderungen oder die Arbeit anderer Anbieter zu kritisieren – zumal ich selbst bis vor Kurzem nach diesem Ansatz unterrichtet habe.

Da ich meine Kurse jedoch kontinuierlich weiterentwickle, den Teilnehmern echten Mehrwert bieten und zugleich möglichst realitätsnah für den Ernstfall ausbilden möchte, habe ich mich bewusst für diesen inhaltlichen Wandel entschieden.


Was ich jetzt bei meinen Kursen lehre

Für Menschen, die in der Wildnis überleben müssen, ist es entscheidend, nährstoffreiche Pflanzen zu erkennen und ebenso Pflanzen zu nutzen, die die Überlebenssituation oder zumindest die Komfortzone verbessern. Dazu kann unter anderem Wald-Sauerklee gehören. Nicht wegen seines ebenfalls hohen Vitamin-C-Gehalts, sondern aufgrund seines sauren Geschmacks, der sich positiv auf die Psyche auswirken kann. Ebenso eine Waldminze, deren frischer Geschmack beim Kauen ein angenehmes Mundgefühl erzeugt und das Wohlbefinden steigert.

Darüber hinaus gibt es Pflanzen mit direktem praktischem Nutzen für das Überleben. Dazu zählen unter anderem Binsen, aus denen sich vergleichsweise stabile Schnüre herstellen lassen, etwa für den Shelterbau oder zum Bündeln und Transportieren von Brennholz. Auch Pflanzen mit wolligen Samen, wie Distel, Löwenzahn oder die Gemeine Waldrebe, sind relevant, da sich ihre Samen hervorragend als Anzündmaterial zum Entfachen eines Feuers eignen.

Die wichtigste Säule meines neu konzipierten Kurses PLANT Master ist jedoch das gezielte Vermitteln von Pflanzen und Pflanzenteilen mit hoher Energiedichte, denn letztlich entscheidet die Energiezufuhr über das Überleben. Dabei geht es darum, welche Pflanzenteile sich besonders eignen und wie sie verarbeitet werden können. Außerdem zeige ich auf, welche Nährstoffe die Pflanze einlagert und ob sie roh, getrocknet oder gekocht nutzbar sind. Die meisten Pflanzen werden direkt vor Ort ausprobiert, sodass jeder Teilnehmer Geschmack, Haptik und Anwendung praktisch kennenlernen kann.

Pflanzliche Survival Nahrung
Essbare Wurzel der wilden Möhre

Von der Kräuterwanderung im Schwarzwald zum Survival Wissen

Wer sich ernsthaft mit dem Überleben in der Natur beschäftigt, sollte sich eine zentrale Frage stellen: Welche Pflanzen bieten mir einen echten Mehrwert – und welche tragen tatsächlich dazu bei, am Leben zu bleiben? Alles andere ist zweifellos interessant und schön zu wissen. Entscheidend ist jedoch, beim Aufbau von Wissen den richtigen Fokus zu setzen und die eigene Zeit sowie Energie gezielt in Inhalte zu investieren, die im Ernstfall wirklich relevant sind. Die Entscheidung, keine klassischen Kräuterwanderungen im Schwarzwald mehr anzubieten, war für mich ein logischer Schritt. Mein Ziel ist es nicht mehr, Menschen einfach nur die Vielfalt an Pflanzen zu zeigen, sondern ihnen Überlebensfähigkeiten zu vermitteln, die im Ernstfall den Unterschied machen können. Wer bei mir lernt, bekommt kein „nettes Freizeitprogramm“, sondern ein handfestes Training.


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